Siegener Spielewelt

 

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Warcraft - Das Brettspiel
 
Aus dem Bildschirm heraus auf den Spieltisch
Die Welt von Azeroth wird von den Orks in einen verheerenden Krieg gezogen. Die Menschenallianz mobilisiert die letzten Kräfte sich der Bedrohung zu stellen. Auch die Nachtelfen kämpfen verzweifelt darum, ihre Heimat vor Schändung zu bewahren. Nicht zuletzt verströmen die Untoten die Pest über das Land und stärken ihre Reihen mit den Körpern der Hingeschiedenen.

Jeder Spieler führt eines der vier mächtigen Völker und stürzt sich in die Szenarien und Schlachten um Azeroth. Doch um neue Truppen ausheben und trainieren zu können, müssen ausreichend Rohstoffe von den Arbeitern herangeschafft werden.
Die Spieler erhalten die Einheiten, Gebäude, Erfahrungskarten und Infokärtchen ihrer Farbe und bauen gemeinsam den Spielplan in der Tischmitte auf. Der Spielplan ist variabel und besteht aus maximal 13 Teilen, die je nach Szenario alle oder nur teilweise gebraucht werden. 

Im normalen Spiel startet jeder Spieler mit einer Stadt, drei Erfahrungskarten, zehn Rohstoffen Holz und Gold, drei Arbeitern und drei Nahkämpfern. Die Infokärtchen für Stadt und Einheiten werden mit den restlichen Gebäuden und Einheiten neben dem Spielplan platziert. Auf dem Spielplan finden sich Goldminen, Wälder, Dörfer, Gebirge und Städte der Völker. Für die Szenarien gibt es zusätzlich Wälle, Gefängnisse und andere Hindernisse. Es wird in Runden mit je vier Phasen gespielt. Bevor die nächste Phase abgehandelt wird, ist jeder Spieler einmal am Zug. In der Bewegungsphase dürfen sich die Nah- und Fernkämpfer ein Sechseck weit bewegen. Die Flugeinheiten und Arbeiter jeweils zwei Felder. Die Flugeinheiten dürfen als einzige Einheiten Gebirgsfelder überfliegen. Auf jedem Sechseckfeld dürfen nur maximal drei Kampfeinheiten plus maximal drei Arbeiter sich befinden. Stehen nach einer Bewegung eigene Kampfeinheiten in einem Feld mit anderen Einheiten oder Gebäuden, kommt es zum Kampf. In einem Kampf nehmen alle Einheiten des Schlachtfeldes, als auch von den direkt benachbarten Feldern, am Kampfgeschehen teil. So können weitaus mehr als sechs Einheiten an einer Schlacht teilnehmen und das Spiel wird taktischer bei der Durchführung der Bewegungen. Zu Beginn des Kampfes zieht jeder Spieler eine Erfahrungskarte von seinem Stapel. Die Erfahrungskarten können jederzeit, sofern es passt, eingesetzt werden. Die Einheiten bekämpfen sich in Wellen. Erst schießen die Fernkämpfer, dann greifen die Flugeinheiten an und schließlich stürmen die Nahkämpfer aufeinander zu. Je Einheit wird mit einem sechsseitigen Würfel gewürfelt. Ist das Würfelergebnis gleich oder kleiner des Stärkewertes einer Einheit, trifft sie und der Gegner muss eine Einheit seiner Wahl vom Schlachtfeld oder von einem benachbarten Feld nehmen. Die Einheiten sind verschieden stark und können im Laufe des Spiels durch Abgabe von Rohstoffen trainiert werden und erhalten dann eine höhere Trefferchance. Dazu erhalten gut ausgebildete Einheiten Bonusaktionen für einen Kampf. Alle nötigen Infos dazu finden sich auf den Infokärtchen der Einheiten, die neben dem Spielplan liegen.

Mit den Erfahrungskarten lassen sich eigene Verluste verringern oder dem Gegner höherer Schaden zufügen. Man kann zusätzliche Rohstoffe, Bewegungspunkte oder Siegpunkte erhalten oder zum Beispiel als Mensch die allgemeine Mobilmachung anordnen, wobei alle Arbeiter dann als Nahkämpfer bereitstehen. Die Erfahrungskarten sind für jedes der vier Völker unterschiedlich angelegt und bereiten so manche Freude in den Schlachten. Eine Schlacht wird so lange geführt, bis auf dem Schlachtfeld nur noch die Einheiten eines Volkes stehen. Der Sieger erhält eine zusätzliche Erfahrungskarte.
Sind alle Kämpfe ausgetragen, wird der Ertrag für die Arbeiter ausgewürfelt. Dazu wird für jeden Arbeiter auf einer Goldmine oder Wald mit dem speziellen Rohstoffwürfel (1,1,1,2,2,3) gewürfelt und die jeweilige Anzahl an Rohstoffe ausgezahlt. Bei einer gewürfelten drei wird zusätzlich noch ein Marker "teilweise ausgebeutet" ausgelegt. Sollte dort nochmals eine drei gewürfelt werden, wird diese Rohstoffquelle für den Rest des Spiels keinen Ertrag mehr einbringen. Einige Erfahrungskarten können aber helfen dies zu unterbinden. 
Mit den Rohstoffen können neue Einheiten ausgebildet und neue Gebäude gebaut werden. Je Ausbildungsgebäude darf eine bestimmte Einheit ausgebildet werden. Ein Gebäude wird von einem Arbeiter gebaut, welcher in der folgenden Runde keine Rohstoffe sammeln kann. Weiter kann man die Rohstoffe dazu einsetzen, die Fähigkeiten der Einheiten zu verbessern. Eine Verbesserung gilt immer für alle Einheiten eines Typs, auch wenn sie schon auf dem Spielplan vorhanden sind.

Jetzt wird es etwas verwirrend. Spätestens im Spiel hat man den Ablauf aber verstanden. Bevor neue Einheiten ins Spielgeschehen eingreifen dürfen und Gebäude fertig gestellt werden, vergeht eine ganz Runde. Also gerade gekaufte Einheiten kommen nicht sofort ins Spiel!
Während in den Szenarien spezielle Ziele vorgegeben sind, müssen im Grundspiel 15 Siegpunkte erreicht werden. Diese erhält man durch besetzte Dörfer, Erfahrungskarten und die Steigerung der Fähigkeiten seiner eigenen Truppe. Eine weitere Siegmöglichkeit ist die Vernichtung des Gegners, wie auch im Computerspiel.

Am meisten Spaß hatten wir bisher mit den Szenarien. Wobei das freie Spiel mit zwei, drei oder vier Spielern auch nicht zu verachten ist. In den Regeln finden sich vier Szenarien, und auf der Webseite von www.fantasyflightgames.com wurden weitere veröffentlicht. Diese Auswahl im Netz ist bis jetzt noch etwas spärlich, doch die Spieler sind aufgerufen Szenarien einzusenden. Auf drei Seiten beschreibt der Verlag was man für die Erarbeitung eines Szenarios beachten muss. 
Das Computerspiel ist sicherlich nicht zu schlagen und es macht weitaus mehr Spaß im Netzwerk mit Freunden zu spielen. Doch das Brettspiel ist weitaus schneller für vier Leute aufgebaut, ganz ohne Rechnerunterstützung.
Strategie / Taktik

   
Glück / Zufall
 
Interaktion
noch nicht bewertet
Anleitung / Material
   
Spielspaß
   
Preis / Leistung

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Kurzinfos
Warcraft - Das Brettspiel 
Gesamtbewertung
    
Autor
Kevin Wilson 
Verlag
Heidelberger Spieleverlag 
Erscheinungsjahr
2003 
Spieleranzahl
2 - 4 
Dauer
ca. 60 - 90 Min. 
Alter
ab 12 Jahren 
Preis
39,95 €