Siegener Spielewelt

 

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Dos Rios
 
Dämme bauen - Flüsse stauen
Friedlich schlängeln sich die beiden Flüsse, der grüne Rio Verde und der braune Rio Moreno, durch das fruchtbare Tal. Hier habe ich meine Plantage aufgebaut. Tabak der feinsten Sorte. Etwas weiter oben am Lauf des Verde liegt noch mein Maisfeld, eine gute Geldquelle. Doch wer kommt da aus dem Wald gelaufen? Es sind Jans tumbe Schergen, seine Campesinos von der Baumschule, die mich von meinem Land vertreiben. Aber er soll nicht glücklich werden an diesem Fleckchen Erde. Wenn ich den Fluss weiter oben staue, wird sein Tabak bald vertrocknen und er wird schon sehen, was er davon hat. 

Bevor wir uns dem Spiel und der Regel widmen können, muss erst einmal aufgebaut werden. Dazu legen wir die Umrandung des Spielfeldes in die Mitte des Tisches und nun werden die Plättchen in das leere Feld in der Mitte gelegt. Die Plättchen bestehen aus je drei Feldern, Mais, Tabak, Weizen, Wald oder Hügel. Dann wird der Lauf der Flüsse bestimmt. Der Rio Verde entspringt auf der linken Seite, oben im Gebirge. Reihum legen die Spieler ein Flussteilchen, um so den Lauf zu bestimmen. Dabei ist zu beachten, dass Wasser die Angewohnheit hat, immer nur nach unten zu fließen. Die Hügel sind die höchsten Felder, dann kommen die Wälder und schließlich die Anbauflächen. Die beiden Seen, die Stadt und die Wege rechts und links liegen tiefer als alle anderen Flächen. Gibt es nach dieser Regel nur eine mögliche Fließrichtung, muss der Fluss diese nehmen. Gibt es mehrere, kann der Spieler entscheiden, wo das Wasser entlang fließt. 
Nachdem beide Flüsse ein Bett haben, sie können auch ineinander fließen, stellen die Spieler abwechselnd je zwei Campesinos auf die Flächen. Wichtig ist, dass bei einer Wertung nur die Flächen Geld einbringen, die bewässert sind. Die übrigen vier Helfer kommen in die Stadt. Jeder Spieler erhält noch vier Fincas, die eine Ernte garantieren, auch wenn kein Helfer auf dem Feld steht, eine Hazienda, die Schutz vor Vertreibung durch Desperados bietet und wie das Camp bei "Tikal" als Einsatzort für Campesinos dient. Außerdem gibt's noch zwei Dammhölzer. Die Wertungskarten werden gut gemischt und eine mehr als Spieler teilnehmen aufgedeckt. 
Der Spieler, der an der Reihe ist kann nun eine ganze Menge machen, BEVOR er die Wertungskarte ausführt. BEVOR, Immo. Er kann seine Leute 6 Felder bewegen und diese beliebig verteilen. Er kann andere Campesinos vertreiben, so wie meine von Jan vertrieben wurden. Entweder kommt er mit mehr Leuten an, oder mit gleichviel von einem höheren Feld. Mehr als drei dürfen aber nicht in einem Feld stehen. Dann kann er noch für 500 Rios eine Finca bauen, oder für 1.000 eine Hazienda. Wer stauen möchte, kann das nun auch noch tun. 
Man legt einen Damm auf eine der drei nach unten (Stadt) weisenden Seiten eines Feldes, allerdings muss man mit einem Campesino dort stehen, Sylvia, um den Fluss umzubetten. Der neue Lauf wird wieder nach den gleichen Regeln gelegt. Die Wertungskarten, die man nun werten lassen kann oder nach hinten schieben darf, wenn man meint sie bringen nur den anderen etwas, werten entweder eine der drei Anbausorten, oder den Lauf eines der Flüsse, also alle Anbaufelder, die an diesem Fluss liegen, oder sie geben Holz, dort wo ein Fluss durch einen Wald fließt und auch noch ein Helfer steht, oder die Desperados kommen aus dem Gebirge und vertreiben auf den ersten drei Felder des Flusses, auf denen sich Campsinos befinden je einen. Bei einer Ernte bekommt man pro Feld, das zählt, 100 Rios Gewinn. Das Spiel endet, wenn ein Spieler vier Gebäude an bewässerten Feldern stehen hat, oder ein Spieler alle fünf gebaut hat. 

"Dos Rios" ist jedes Mal anders. Nicht nur durch den variablen Spielplan, sondern auch durch die immer neu ins Tal fließenden Flüsse. Am Ende besteht das Tal eigentlich nur noch aus Dämmen, so wichtig ist es den Lauf oft zu ändern. Wenn ich sehe, dass Mais geerntet wird, dann versuche ich den Lauf so zu ändern, dass meine Felder bewässert werden, oder vertreibe die Helfer der anderen, wenn ich kann. Da man nicht durch fremd besetzte Felder hindurch ziehen darf, muss man gut überlegen, wie man dort angelangt, wo man hin will. Umwege laufen, oder lieber andere vertreiben, aus den Wäldern oder vom Hügel kommend? Da gilt es abzuwägen. Da der Fluss immer nach unten läuft, gab es auch nie Regelprobleme beim Neubestimmen seines Laufes. Es ist sehr wichtig seine Gebäude an zentralen Punkten aufzubauen, da sie Ernte einbringen, ohne dass ein Campesino dabei sein muss. Außerdem blockieren sie die anderen Spieler. Während man noch an einer Finca vorbeilaufen kann, blockt die Hazienda jeden Verkehr. 
"Dos Rios" ist ein sehr gutes Taktikspiel, das durch seine unendlichen Möglichkeiten immer wieder spannend ist. Wir haben bisher keinen Fehler festgestellt, der einen Spieler begünstigen würde. Jans Kritik wendet sich an die Wertungsplättchen: Die, die liegen lassen sich nicht ändern. So hatte er im letzten Spiel vier Mal den Holzschlag, der zwar Dämme bringt, aber kein Geld. Auch wenn er eine Wertung schiebt, die, die ihm versprochen ist, bleibt ja an ihrer Stelle liegen. Oft reichen die sechs Bewegungspunkte hinten und vorne nicht, aber mehr würden wiederum das Vertreiben auch zu leicht machen. Die grafische Gestaltung ist sehr ansprechend gelungen. Die einzelnen Anbausorten lassen sich gut unterscheiden, auch wenn es nicht immer allen gelingt Weizen von Mais zu trennen. Wir haben uns wirklich gefragt, warum Immo unbedingt drei Maisfelder besetzen will, wenn doch Weizen gewertet wird. Aber das hatte sicherlich einen tieferen Sinn.
Mit "Dos Rios" erwerben Sie ein wirklich gelungenes Spiel, das uns sowohl vom Spielprinzip, als auch von der Präsentation überzeugte.
Strategie / Taktik

Glück / Zufall

Anleitung / Material

Spielspaß

Preis / Leistung

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Kurzinfos
Dos Rios 
Gesamtbewertung
 
Autor
Franz-Benno Delonge 
Verlag
Kosmos
Erscheinungsjahr
2004 
Spieleranzahl
2-4* 
empf. Alter
ab 12 
Spieldauer
ca. 70 Min. 
Preis
 gibt es nicht mehr