Siegener Spielewelt

 

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Die Gärten der Alhambra
 
Erfrischend leicht und schnell
Alhambra beginnt langsam so zu werden, wie Carcassonne und "Die Siedler". Neue Erweiterungen und Spiele, die vom Ruhm der Vorgänger leben sollen. Wenn man das allerdings von "Die Gärten" sagen würde, wäre das nicht fair. "Die Gärten der Alhambra" ist ein sehr ausgewogenes, interessantes Spiel. Es würde auch ohne die Verwandtschaft zu "Alhambra" ein gutes, eigenständiges Spiel sein.

Das liebevoll gestaltete Spielbrett wird am Anfang mit Gebäudeplättchen auf den entsprechenden Feldern belegt. Die Gebäude sind alte Bekannte aus "Alhambra": Gemächer, Türme, Arkaden, Serail und Pavillons. Die Gebäude sind unterschiedlich viel wert, 1-5 Punkte. Diese sieht man auf der Rückseite der Plättchen, die in der Anleitung durchweg als Steine bezeichnet werden. Zwischen die Gebäude kann man die Gärten legen. Diese "Steine" sind achteckig, vier lange Seiten und vier kurze. Die kurzen werden an die anderen Gärten angelegt, die langen an die Gebäude. Auf den Gärten sind vier verschiedene Bäume / Büsche abgebildet: Orange, Zitrone, Lavendel und Palmen. Die Spieler übernehmen die Farben der Büsche, Lavendel ist lila und Palmen grün. Die anderen beiden ergeben sich von selbst. Es sind immer verschieden viele Pflanzen auf den Plättchen, die stets an den langen Seiten der Plättchen angeordnet sind. Je Pflanze eine Seite. Wenn ein Gebäude von vier Gärten umschlossen wird, wird gewertet. Der Spieler, dessen Pflanzen am häufigsten an das Gebäude grenzen, bekommt die Punkte. Diese, 1-5, werden mit der Anzahl verschiedener Pflanzen multipliziert. Danach dreht man das Gebäude um und es kann weiter gehen. Im Grundspiel erhält jeder Spieler je ein Gartenplättchen, das er anlegen muss. Der Startspieler darf nicht am Rand starten, sondern in der Mitte. In einer Variante bekommt man drei Plättchen, so dass das Spiel erheblich länger dauert, da man viel länger überlegen muss. 

Wenn ich nun ein Plättchen legen muss, ist es wichtig, es so anzulegen, dass ich entweder gut punkten kann, da ich die Mehrheit habe und es schaffe viele verschiedene Pflanzen mitwerten zu können. Oder ich lege das Plättchen so an, dass andere Spieler möglichst wenig bis keine Punkte bekommen. Wenn nämlich an einem Gebäude zwei Spieler die meisten Pflanzen haben, bekommt der Spieler die Punkte, der die nächst meisten vorweisen kann. Sollten alle beteiligten Spieler über gleich viele Büsche verfügen, bekommen nur die Spieler die Punkte, die gar nicht beteiligt sind. Auf diese Weise kann man dem führenden Spieler viele Punkte wegnehmen. Allerdings schränkt einen die magere Auswahl von nur einem Plättchen erheblich ein. Mit drei Plättchen ist das Spiel taktischer, da ich nicht auf das Glück vertrauen muss, sondern mir bessere Plättchen aufheben kann. Da die Gebäude immer sofort gewertet werden, wenn sie umschlossen sind, kann man auch durch die Unbedachtheiten der Mitspieler viele Punkte erhalten.
Im Spiel zu zweit spielen die Spieler mit zwei Pflanzen, so dass immer gepunktet wird. 

"Die Gärten der Alhambra" ist ein Spiel, das es wert ist, gespielt zu werden. Es hat mit dem Vorgänger eigentlich nichts zu tun. Der Mechanismus ist anders und spielt sich erfrischend leicht und schnell. Die Regel ist kurz aber ausführlich, das Material gut. Auch das Schachteldesign ist sehr schön; ein insgesamt gelungenes Spiel. Je weiter das Spiel fortschreitet, desto komplexer wird es. Wenn man mehrere Anlegemöglichkeiten hat, kann ein Zug schon mal dauern, aber erst dann entfaltet es seine taktische Tiefe.


 
Strategie / Taktik

   
Glück / Zufall
  
Interaktion
 
Anleitung / Material
    
Spielspaß
    
Preis / Leistung

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Kurzinfos
Die Gärten der Alhambra 
Gesamtbewertung
     
Autor
Dirk Henn 
Verlag
Queen Games 
Erscheinungsjahr
2004 
Spieleranzahl
2 - 4 
Dauer
ca. 45 - 60 Min. 
Alter
ab 10 Jahren 
Preis
24,95 € 
Auszeichnungen
Spiel des Jahres 2005 - Empfehlungsliste